Moin, ich hatte sowohl in den 900m als auch in anderen Tunneln Gegenverkehr. Wenn man nicht gerade 150kg wiegt mit entsprechendem Bierbauch, war es nie ein Problem eine kleine Felsnische zu finden. Zeitverlust durch Gegenverkehr 20 Sekunden, nicht schlimmer als auf der Lv Cald Verde.
Es geht nur um den Tunnel unter dem Pináculo. Alle anderen Tunnel sind kein Problem. Im Tunnel unter dem Pináculo ist der Weg sehr schmal und es gibt keine Begrenzungsmauer, da die Levada vertieft liegt. Gleichzeitig ist sie so breit, dass man sich ohne Wanderstock nicht an der gegenüberliegenden Seite abstützen kann. Nur die Kombination aus Beidem macht die Sache schwierig. Wer hier das Gleichgewicht verliert oder vom Gegenverkehr angerumpelt wird, fällt in die Levada. Und es ist seit Neuestem viel Verkehr dort! Bisher gingen die Leute nur bis zum Encumeada-seitigen Tunneleingang und kehrten dann um, siehe Rother Tour 45 ("Botanisieren im Folhadal") bzw. Kompass Tour 42 ("Levadas am Encumeada-Pass"). Jetzt hat sich aber wohl herumgesprochen, dass es sich lohnt, weiter zu gehen. Ich habe die Wanderer, die mir begegnet sind, angesprochen. Sie hatten die Tour dem Rother entnommen und sind einfach weiter gegangen, weil ihnen die Tour zu kurz war. Zudem ist die Tour im Rother als "leicht" beschrieben. Die Meisten denken, es ginge dann auch leicht weiter. Deshalb bestand der Gegenverkehr, den ich dort angetroffen habe, auch nicht nur aus Wanderern, sondern aus "Spaziergängern" in "Strand-Ausrüstung". Das war mir schon im letzten Winter aufgefallen. Deshalb war ich auch vorsichtig, weil ich keine Ahnung hatte, wer oder was mir da entgegen kommt. Man bräuchte eine Möglichkeit, sich festzuhalten, z.B. ein Drahtseil entlang der Tunnelwand. Das wäre wohl das Einfachste. Gleichzeitig müsste in den Wanderführern stehen, dass es einen Grund hat, warum die als leicht beschriebene Tour hier endet, und nicht nur "hier kehren wir um".
Noch ein Nachtrag zum Thema Tunnel. Ich habe meine Bilder durchsucht und bin auf zwei Bilder von der Levada do Norte gestoßen, die vielleicht helfen, die Situation einzuschätzen.
In diesem Tunnel ist ein Ausweichen bei Gegenverkehr vermutlich noch möglich:
Hier sieht es dagegen anders aus:
Ich habe kein Bild vom Inneren des Tunnels unter dem Pináculo, aber er ist von der zweiten Sorte: Weg schmal, Levada breit. Und dann Gegenverkehr mit Trekking-Rucksäcken. Das gibt Ärger.
wenn Abstützen des Wanderstabs auf der gegenüberliegenden Seite nicht möglich ist, weil die Levada sehr breit ist, geht es aber oft, den Stab einfach ins Levadabett zu "rammen", denn so extrem stark ist ja die Strömung meistens nicht. Blutigen Kopf und T-Shirt habe ich vor ein paar Jahren aber auch bei dem Mitglied einer geführten Gruppe gesehen, an der Levada das Rabacas. Der dortige Tunnel ist so kurz, dass man den Gegenverkehr aber auch ruhig durchlassen könnte. Ein bisschen mehr Rücksichtnahme wäre bei manchen nicht verkehrt.
Wenn man einen Wanderstab dabei hat, kann man den auch nach oben als Antenne nutzen, um die Deckenhöhe schützend abzutasten. Und den Gegner so touchieren, daß er Platz macht, in dem er ins Levada Bett hinein fällt. Wie man sich bettet, so liegt man. (Satire!)