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Infos, Tipps und Austausch zu Leben und Urlaub auf Madeira

 


Hundehaltung
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10.05.21 14:25
Tiniblitz 

Madeira-Cinerarie

Re: Hundehaltung

Zum Thema Lärmbelästigung durch Hundegekläff ließe sich schon einiges machen, wenn man die Tiere generell sterilisieren würde. In meiner Nachbarschaft gab es im letzten Sommer tagelang nächtliches Hundegejaule und Gekläffe von freilaufenden Hunden. Ursache war eine läufige Hündin, die alle Rüden der Nachbarschaft zu Höchstform auflaufen ließ. Nicht nur der Lärm war unangenehm, auch die Tatsache, dass sich die Hunde in regelrechte Kämpfe verwickelt haben. Die Nachfrage bei meinen portugiesischen Nachbarn, warum man denn das nicht vermeidet, indem man seine Tiere sterilisiert stieß auf völliges Unverständnis. Man hat kein Problem Tiere zu töten, die man nicht mehr braucht oder will, sie aber in ihrer Fortpflanzungsfähigkeit einzuschränken erscheint als ein Unding. Hier ist noch viel Aufklärung nötig. Und so verwundert es nicht, dass die Zahl der streunenden Hunde und Katzen ständig zunimmt, die ein wirklich elendes Leben führen müssen. Dabei gibt es inzwischen eine Stiftung auf Madeira, die diesen kleinen Eingriff kostenlos durchführt. Und zum Thema Katzen gilt das Gleiche. Ich habe erst Weihnachten eine Babykatze gerettet, die in einem Wassereimer ersäuft werden sollte, weil sie sich wohl nicht verkaufen ließ. Dank der sehr engagierten Mitarbeiter im Tierheim in Funchal, konnte ich sie mit nach Dtl.nehmen und hier hat sie sich jetzt langsam von ihrer schweren Lungenentzündung erholt.

10.05.21 14:37
iris 

Administrator

Re: Hundehaltung

Da Herzchen gibts vor allem für die Rettung!

10.05.21 15:57
Pedro1 

Madeira-Natternkopf

Re: Hundehaltung

Tiniblitz:
Zum Thema Lärmbelästigung durch Hundegekläff ließe sich schon einiges machen, wenn man die Tiere generell sterilisieren würde.
Das könnte ich jetzt aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Kastrierte, trotzdem ausgiebig kläffende Hunde (aus der sogenannten "Tierrettung") sind mir mehrfach bekannt.

Tiniblitz:
Man hat kein Problem Tiere zu töten, die man nicht mehr braucht oder will [...]
Ja, ist das wirklich so? Dieses (ohne Vorwurf gemeint) Klischee über "den Südländer", dass er Tiere "einfach mal töte, wenn sie ihn stören", stimmt das wirklich? Im Bezugsvorgang schrieb Moewe, dass die ganze Nachbarschaft sich vom Gekläffe gestört fühle (sicherlich auch einige Portugiesen darunter) und trotzdem hat keiner die Hunde einfach getötet, wie man es aber hätte erwarten können, wenn "man kein Problem hat, Tiere zu töten".

17.02.22 20:09
Nomadina 

Madeira-Natternkopf

Re: Hundehaltung

Hallo an alle Tierliebhaber!

Ich lebe seit eineinhalb Jahren in Portugal und habe hier schon viel Schlimmes und Nerviges in Bezug auf Tiere gesehen. Leider musste ich auch schon schmerzlich erfahren, dass die Polizei wenig bis gar nicht daran interessiert ist, einzugreifen. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnen kann (!), wenn man aktiv wird. An unserem ersten Wohnort habe ich die Nachbarschaft dazu gebracht, sich um die Straßenkatzen zu kümmern, nachdem ich zwei Kater auf eigene Initiative habe kastrieren lassen. Ich habe mit den Nachbarn geredet, "Freundschaften" geschlossen, Informationen über Tierschutzorganisationen und die gesetzliche Lage verteilt, Katzenhäuser gebaut etc. Wenn ich heute an den Ort zurückkomme, geht es den Katzen in der Gegend immer noch gut, die Leute kümmern sich. Aber ich hatte mich auch richtig reingehängt. Oftmals liegt das Problem darin, dass die Leute nicht informiert sind und von sich aus gar nicht auf die Idee kommen, dass man etwas anders machen könnte (generelles Problem in Portugal). Ich möchte alle, denen dies am Herzen liegt, ermuntern, das Gespräch zu suchen und Lösungsvorschläge zu machen, wo möglich auch selbst aktiv zu werden. Und noch ein Tipp: Die Sprache zu lernen ist ein dicker Brocken, hilft aber ungemein.

Beste Grüße
INA (die demnächst Urlaub auf der Insel macht)

25.12.22 09:44
iris 

Administrator

Re: Hundehaltung: zwei schlimme Fälle in Santana gerettet

Ein dringend nötiges Weihnachtsgeschenk haben zwei arme verwahrloste Hunde in Santana erhalten.
Sie wurden in einem furchtbaren Zustand ( in Fäkalien liegend, fauliges Wasser, verfilztes Fell und Schlimmeres ) aufgefunden und von einer madeirensischen Tierschutzorganisation (Ajuda a Alimentar) gerettet
https://www.jm-madeira.pt/aconteceu/ver/...m_video_e_fotos
Da geht es den aufgesetzten Tieren ja noch besser
Leider kommt so etwas immer noch / wieder vor.

Haltet bitte die Augen auf und meldet solche Entdeckungen
Denn wo kein Kläger, da kein Richter bzw. Retter.
Spenden kann diese ( und andere Organisationen) sicher ebenfalls gebrauchen.

10.01.23 17:18
Sandy 

Madeira-Natternkopf

Re: Hundehaltung

Hallo & ein gesundes, neues Jahr Zusammen

Ich habe gerade den gesamten Thread gelesen, startend in 2014. Mein Resümee ist, dass es die Problematik offensichtlich schon sehr lange gibt, dass sich die Geister an möglichen Lösungen scheiden und, dass sich leider noch nicht sehr viel getan hat.

Ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen und meine eigenen Erfahrungen schildern, da ich bereits seit etwas mehr als 3 Jahren auf Madeira lebe, selbst als private Initiative im Tierschutz aktiv bin, und vielleicht auch die eine oder andere Anregung geben kann.

Ja, es gibt sehr viele Hunde, die unter traurigen Bedingungen zu leben haben. Sei es ohne ausreichenden Witterungsschutz, in Kettenhaltung, teils ohne den grundlegenden Bedürfnissen der Tiere nach sauberem Wasser und artgerechtem Futter überhaupt zu entsprechen. Oder man trifft sie eben irgendwo draussen, auf der Strassse, in den Bergen, auf einer Levada, mit oder ohne Halsband . . . und man weiss nicht, ob sie ein Zuhause haben oder vielleicht ausgesetzt wurden oder verloren gegangen sind.

Vorneweg, man kann immer etwas tun, wenn man es wirklich möchte, und wenn es "nur" Hilfe suchen ist.

Als Grundsatz sollte gelten, die Lage richtig einzuschätzen und im Zweifelsfall zugunsten des Tierwohls aktiv zu werden. D.h. bei verletzten, vermutlich ausgesetzten oder verirrten Tieren die zuständige Feuerwehr oder Polizei / Gemeinde zu informieren und möglichst bis zu deren Eintreffen vor Ort zu bleiben oder, so man denn die Möglichkeit hat und es sich zutraut, kann man das Tier natürlich auch selbst zum Tierarzt fahren und dort schauen, ob ein Halter mittels Auslesen eines ggf. vorhandenen Chips zu ermitteln ist. (Ich hatte diesen Fall erst vor ein paar Tagen und konnte die Hündin so wieder mit Ihren Besitzern vereinen.) Wenn kein Chip vorhanden ist, wird es natürlich schwierig, weil das Tier erstmal irgendwo untergebracht und versorgt werden muss. Die Tierheime sind meist überfüllt und private Pflegestellen rar, insbesondere für grosse Hunde. Aber auch hier würde ich an den zuständigen Behörden dranbleiben, die müssen eine Lösung finden.

Natürlich kann man auch Meldung bei den verschiedenen Tierschutzvereinen machen und vielleicht Glück haben, dass sie Jemanden schicken können, aber dafür besteht keine Garantie, da diese sowieso immer schwer beschäftigt sind und nicht immer Kapazitäten haben.

Was Tiere in schlechter Haltung betrifft, so schliesse ich mich der Meinung von Nomadina an. Es hiflt leider nicht, mit erhobenem Zeigefinger dazustehen und zu schimpfen, da es meist sowieso nicht verstanden wird, sei es wegen der Sprachbarriere, fehlendem Wissen oder unzureichender Empathie. Da muss man wirklich eher diplomatisch und subtil vorgehen. Natürlich macht es einen Unterschied, ob man eine solche Situation als Tourist erlebt oder als Residenter. Als Tourist würde ich das Ganze möglichst mit Fotos und/oder Videos dokumentieren, den Standort notieren, die nächste Polizeistation aufsuchen und Meldung machen. Ein Follow-Up ist vielleicht schwierig, aber nicht unmöglich, wenn man bei der Behörde nachfragt oder hierzu vielleicht eine Tierschutzorganisation vor Ort involviert. Wenn akute Lebensgefahr für das Tier besteht oder man ggf. Zeuge einer Misshandlung wird, ist es natürlich vorbei mit der Diplomatie und man sollte direkt eingreifen oder sofort die Polizei rufen.

Als Residenter würde ich bei Sichtung einer schlechten Haltung erst einmal versuchen, ein freundliches Gespräch mit den Haltern zu führen und sie darauf aufmerksam machen, was die Missstände sind und was das Tier benötigt. Ich habe auch schon Hundehütten, Futternäpfe, Leinen, Halsbänder, Futter und neue, längere Ketten gekauft und als Geschenke für die Tiere deklariert und übergeben, was nicht heisst, dass ich Kettenhaltung als solche unterstütze. Man sollte aber auch verstehen, dass Viele sich den Bau eines Zwingers oder eines Zaunes um das gesamte Grundstück schlichtweg nicht leisten können. Und Spazierengehen mit dem Hund ist vielerorts leider immer noch verpönt, auch wenn es doch den Einen oder Anderen auf den Dörfern gibt, der langsam umdenkt und sich den Hund mal an die Leine nimmt und losläuft.
Die meisten Angesprochenen sind am Anfang sehr misstrauisch und lehnen Hilfe und auch Geschenke ab, manchmal lohnt es sich aber dranzubleiben. Und wenn die Halter wissen, dass man dort öfter mal ein Auge drauf hat, dann tut sich plötzlich doch was und man erreicht was man wollte, nämlich die Lebensumstände der Tiere zu verbessern. Nicht jedes Tier muss immer gleich weggenommen werden, vor Allem sollte man sich auch fragen, wo Diese dann landen? In einem überfüllten Tierheim?

Viele wissen es einfach nicht besser und brauchen Unterstützung. Lokale Kampagnen wären gut, vielleicht eine Vortragsreihe mit Tierärzten und Freiwilligen, die auf den Dörfern über angemessene Tierhaltung, Kastrationen usw. aufklären und Support anbieten.

Auf die wirklich notwendigen Veränderungen in der Gesetzgebung, die auch die unkontrollierte Vermehrung unterbinden würden, darf man wahrscheinlich noch ewig warten.

Und deshalb kann ich nur nochmals appellieren. Macht was im Rahmen Eurer individuellen Möglichkeiten. Wir können nicht jedes Tier retten und wir können auch nicht die gesamte Welt auf unseren Schultern tragen, aber wir können hinschauen, Gespräche suchen, Missstände und Notfälle melden, Hilfe leisten oder suchen, selbst anpacken oder auch spendabel sein, sprich Geld oder Sach-Spenden leisten.



Vielen Dank, Herzliche Grüsse und Alles Liebe,
Sandy




PS: Wir selbst haben einen tollen Hund von der Strasse adoptiert und kümmern uns neben unseren eigenen derzeit 8 Katzen um ca. 20 weitere Streunerkatzen und eine Strassenhündin, die nicht eingefangen werden kann, aber einen sicheren Unterschlupf hat. Eine anderthalbjährige Streunerkatze liegt gerade nach Beinbruch frisch operiert in unserer Wohnküche. Wir haben eigentlich überhaupt keinen Platz mehr, von den erschöpften finanziellen Mitteln gar nicht zu sprechen, und doch muss es irgendwie gehen . . . und das wird es auch. :-)

Zuletzt bearbeitet am 10.01.23 17:35

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